Wir haben uns lange genug angepasst.
Jetzt seid ihr dran.

Neurodivergenz ist nichts, wofür wir uns schämen müssten. Wir denken anders, nehmen die Welt anders wahr. Manches fällt uns schwerer, anderes können wir gerade deshalb besonders gut.

Es wird Zeit, dass wir das zeigen. Denn je sichtbarer wir werden, desto schwerer wird es, unsere Unterschiede weiterhin als Mangel zu betrachten.

Smash
neurotypical
supremacy!

Schätzungsweise 15–20 % der Menschen sind neurodivergent.* Trotzdem gilt die neurotypische Art zu denken, wahrzunehmen und zu handeln als Norm. Wer davon abweicht, muss sich anpassen oder wird als defizitär betrachtet.

Aber wir sind keine schlechtere Version neurotypischer Menschen. Ja, manche von uns lassen sich leicht ablenken, verlieren das Zeitgefühl oder merken erst hinterher, dass gar keine ehrliche Antwort erwünscht war. Gleichzeitig erkennen viele von uns Zusammenhänge, die anderen entgehen, finden ungewöhnliche Lösungen oder vertiefen sich mit großer Ausdauer in ein Thema.

Warum werden wir so oft an dem gemessen, was wir nicht können?

Wer der Norm entspricht, hat es leichter. Wer anders tickt, muss sich ständig anpassen. Das ist keine persönliche Schwäche. Das ist strukturelle Benachteiligung.

* Zu Neurodivergenz zählen unter anderem ADHS, Autismus, Legasthenie, Dyskalkulie und Dyspraxie. Die 15–20 % sind eine internationale Schätzung, keine für Deutschland gemessene Häufigkeit.

Quelle: Doyle, N. (2020): Neurodiversity at work: a biopsychosocial model and the impact on working adults. British Medical Bulletin, 135(1), 108–125. https://doi.org/10.1093/bmb/ldaa021

Stop performing normal.

Wer sich heute als neurodivergent outet, riskiert noch immer Nachteile. Nicht mehr ernst genommen zu werden. Als weniger leistungsfähig oder unzuverlässig zu gelten. Oder als jemand, der für alles, was ihm schwerfällt, eine Entschuldigung sucht.

Dabei ahnen die meisten Menschen gar nicht, wie viele Neurodivergente sie in ihrem Umfeld haben. Menschen, denen man nichts anmerkt, weil sie gelernt haben, ihre Schwierigkeiten zu verbergen. Und die unter Bedingungen leiden, die gar nicht so sein müssten.

Wenn wir verändern wollen, was als normal gilt, müssen wir sichtbar werden.

Niemand sollte sich outen müssen. Aber wer sich zeigen kann und möchte, sollte es tun.

Sticker & Mitmachen

Euer Normal ist nicht unser Problem.

Die gesellschaftlichen Regeln und Erwartungen orientieren sich daran, wie neurotypische Menschen denken, wahrnehmen und funktionieren. Wir sollen damit zurechtkommen. Also passen wir uns an. Seit wir klein sind. Jeden Tag.

Reize aushalten

Helles Licht, Hintergrundmusik, Gespräche am Nebentisch, Parfüm, das Klappern einer Tastatur. Reize, die andere kaum bemerken, können für uns zur ständigen Belastung werden.

Nicht auffallen

Blickkontakt halten, den Tonfall kontrollieren, Unruhe unterdrücken, Smalltalk führen. Zwischentöne erkennen, unausgesprochene Erwartungen erraten. Und dabei möglichst selbstverständlich wirken.

Funktionieren

Konzentrationsprobleme durch Mehrarbeit ausgleichen, Zeitgefühl durch Alarme ersetzen, chaotische Arbeitsweisen mit aufwendigen Strukturen kompensieren. Alles planen, kontrollieren und sich möglichst keine Fehler erlauben.

Warum müssen eigentlich immer wir uns anpassen?

Neuroqueer
the system.

Schon kleine Veränderungen können den Alltag vieler neurodivergenter Menschen erheblich erleichtern. Oft müsste man nur Gewohnheiten hinterfragen.

Weniger Reize

Einkaufszeiten ohne Musik, weniger Durchsagen, angepasste Beleuchtung, Rückzugsmöglichkeiten. Und ein Bewusstsein dafür, dass nicht alle Menschen Reize gleich wahrnehmen.

Andersartigkeit akzeptieren

Klar kommunizieren, Informationen schriftlich bereitstellen, Abläufe planbarer machen. Unterschiedliche Verhaltensweisen akzeptieren, statt ständig zu erwarten, dass sich alle gleich verhalten.

Andere Wege zulassen

Flexible Arbeitsbedingungen, unterschiedliche Herangehensweisen, mehr Freiheit bei der Organisation. Entscheidend sollte sein, was jemand erreicht – nicht, ob alle auf dieselbe Weise dorthin kommen.

Mitmachen

AuDHD and proud.